Sammlung

„Eremitageofen“ um 1855
Heinrichshütte/Wurzbach

Schwergewichtiger, querrechteckiger Ofen für langflammige Brennstoffe in vertikaler Unterteilung, auf außergewöhnlichem Fußwerk ruhend. Geschlossen zu betreibende Koch- und Warmhaltekammern mit S-förmigem Zugverlauf. Hochrechteckiger, steig- und sturzzugführender Warmhalteaufsatz mit durchbrochen gestalteter Rundbogentüre in Kreisbogenornamentik. Bodenplatte mit abgesenktem, trapezförmigem, sekundärluftgesteuertem Feuerraum, Tafelrost und einschiebbarem Aschenkasten. Karniesartiger Abschlussrahmen mit reversiblem Einlageboden und vierteiliger Zierkrone. Hüttentypisches Doppelrahmensystem für separat übereinander zu setzende Stockwerke, ebenso die ovalen, als Blütenblatt gearbeiteten Türverschlüsse aus Messing.
In arabeskem Stil gehaltene, vollflächige, stabrandgefasste Mantelpartien. Typologisch handelt es sich um einen sog. Wirtschaftsaufsatzofen, eine Bezeichnung, die es allerdings zum Zeitpunkt der Fertigung noch nicht gab. Daher wurde dieser Ofen anfänglich - vermutlich wegen seiner verspielten Oberflächenausgestaltung - namentlich den Eremitageöfen (s. Begriffserklärung dort) zugeordnet. Im „ersten Heft“ der „Gusswaarenabbildungen“ aus der Heinrichshütte bei Lobenstein aus dem Jahre 1854 wird der beschriebene Ofen unter der Bezeichnung „Eremitageofen“ in zwei Größen abgebildet. Die Seriennummer 1 zeigt den Ofen in gekürzter Form, mit Unterbau und hochrechteckigem Aufsatz, die Seriennummer 2 ist mit dem hier gezeigten Exemplar identisch. Vgl. Öfen Nr. 122 und Nr.98.
Die Produktpalette der Heinrichshütte umfasst zu diesem Zeitpunkt auch Öfen, vorrangig für langflammige Brennstoffe. Interessanterweise finden sich jedoch vereinzelt bereits kohletaugliche Kanonen-, Quint-, Säulen- und Postamentöfen.

Höhe: 189,5 cm
Breite: 57 cm
Tiefe: 45,5 cm
Gewicht: ca. 130 kg
Brennstoff: H, T, LK
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