
Grußwort

Revolutionär war es, dass kaum Rauch in die Stube dringen konnte: Die Luft blieb rein, die Wände sauber, so dass die Wohnkultur reichen Schmuck entfalten konnte. Aus der gleichmäßigen Wärme, die der Ofen im Unterschied zum offenen Feuer entwickelte, zog jeder Gewinn.
Zum gesundheitlichen Gewinn - "Der Mensch braucht Wärme!" - trat also ein ästhetischer, die Lebensqualität war größer geworden, nicht zuletzt, weil die Kunst der Modellschreiner dafür sorgte, dass die Öfen zu bildreichen Kunstwerken in der Stube wurden.
Eine Sonderform des Ofens erleichterte die Arbeit der Hausfrau - der Herd, der im späten 19. und im 20. Jahrhundert in vielen Varianten, abgestellt auf unterschiedliche Bedürfnisse, von der Industrie geliefert wurde. Der Segen für die Hausfrau, die bislang stets, auch im Sommer, am offenen Herdfeuer hantieren musste, ist gar nicht hoch genug anzuschlagen. Das imaginäre Museum lädt dazu ein, die Öfen in ihrer Schönheit zu bewundern und die geistigen und handwerklichen Leistungen jener Menschen zu achten, die die Entwicklung von Ofen und Herd geleistet haben.
Es handelt sich um eine außergewöhnliche und in dieser Form sicher einmalige Sammlung an Gusseisenöfen. Zudem wurde das Thema Eisenöfen noch nie im Detail so präzise recherchiert und so aufwändig dargestellt.
Für den weiteren Ausbau der Sammlung und die Zielerfüllung wünsche ich den Initiatoren des "Deutschen Eisenofenmuseums", Karin Michelberger und Wilfried Schrem, jeden nur erdenklichen Erfolg.
Dr. Wingolf Lehnemann