"Kastenofen", datiert 1846
Maximilianshütte/Bergen in Bayern
Aufwändiger Fünfplattenofen mit gusseisernem Zugverlängerer in klassizistischer Gesamtarchitektur und zeittypisch künstlerischer Ausgestaltung auf flachem Grund. Langgestreckter, auf stilechten Stützfüßen ruhender Unterofen in Rechteckform, mit stirnseitig zentralem Bildmotiv einer „Allegorie der Menschenrechte“. Ob diese Darstellung durch einen unbekannten Bildschnitzer - in Anlehnung an die von Peter Flötner (um 1490-1546) als Motivvorlagen in Blei geschnittenen „7 stehenden Tugenden“ - entstanden ist, darf vermutet werden.
Großflächiges Blattblütenarrangement auf der linken und rechten Seitenplatte. Leicht zurückversetzter, hochformatiger Oberofen mit schmaler Nische und rundbogiger Dachhaube; frontseitig ein Lorbeerkranz in zentraler Anordnung: Sinnbild für den erhofften Siegeszug der Menschenrechte.
Randlose Seiten- und Stirnplatten mit winkelschienengefassten Übereckverschraubungen. Das 1562 durch Pankraz von Freyberg zu Hohenaschau (1508-1565) gegründete Hüttenwerk war in der Folgezeit für die Roheisengewinnung im Chiemgau von zentraler Bedeutung. Seit dem Umbau vom Eisenproduzenten zu einem Gusswarenbetrieb zu Beginn des 19. Jahrhunderts zählte die Hütte zu den wichtigsten Eisenwarenherstellern in Bayern.
Mit Wiederaufbau nach einem Großfeuer auf der Hütte im Jahr 1824, unter König Max I. Josef, erhielt das Werk seinen Namen: Maximilianshütte, kurz Maxhütte. Die Weltwirtschaftskrise der Zwanzigerjahre des 20. Jahrhunderts führte 1932 zur Schließung dieses Traditionsbetriebs.

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