Sammlung

„Aufsatz-Ofen“ um 1875
Heinrichshütte/Wurzbach

Schwerer, querrechteckiger Ofen in vertikaler Gliederung, mit Flachfeuerung für langflammige Brennstoffe. S-förmige Rauchgasführung um geräumige Koch- bzw. Warmhaltekammern mit geschlossenen Doppelflügeltüren. Allseitig zeittypische, auffällige Flächenornamentik mit detailverliebter bildhafter Ausgestaltung zu den Themenkreisen Ernte, Jagd und Fischerei.
Neben den gesicherten hüttentypischen Merkmalen - Bodenplatten mit einschiebbarem Aschenkasten, Fußwerk etc.- gilt die Herkunft des Gesamtmodells jedoch als nicht geklärt, da die Heinrichshütte bereits ab der Mitte des 19. Jahrhunderts auch mit nicht hütteneigenen Modellvorlagen arbeitete. Vermutlich stammen daher die unterschiedlichen Namensgebungen für ein und denselben Ofentyp: So werden Wirtschaftsaufsatzöfen auch als (Leipziger) Koch-, Eremitage-, Wärmröhr- oder nur Aufsatzofen geführt.
Ferner finden sich personalisierte Namensgebungen wie z.B. der „Schwanenofen“. Für den im Jahre 1250 erstmalig benannten Ort lässt sich das Metallhandwerk bereits für das 16. Jahrhundert nachweisen. Als Namensgeber der Hütte gilt Graf Heinrich 29. Reuss zu Ebersdorf (1699-1747), der Ururgroßvater von Königin Viktoria von Großbritannien (1819-1901). Vgl. Öfen Nr. 122 und Nr. 134.

Höhe: 165,5 cm
Breite: 60 cm
Tiefe: 46 cm
Gewicht: 120 kg
Brennstoff: H, T, LK
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