Sammlung

„Kamin-Ofen“ um 1870
Fontes Varigney, Haute-Saone/Burgund

Herdähnlicher Ofen in ovaler Grundform, für langflammige Brennstoffe. Vierbeiniger, tischähnlicher Unterbau, hohlkehlig eingefasst, mit ausladendem Glutfänger und muldenartig ausgeformtem Brennraumboden. Ebenfalls einteilig gegossener Brennraum mit sog. „Hafen Brille“ und großer Feuerungstüre mit Zuluftklappe. Als „Hafen Brille“ bezeichnet man randoffene Kochlöcher zum Einhängen von unterschiedlichem Kochgeschirr. Umlaufende horizontale Stabrandverzierung und sichtseitig symmetrisch angeordnete Girlanden. Vergleichbare Geräte wurden u.a. auch von den Eisenwerken „Gebrüder Stumm in Neunkirchen“ unter der Bezeichnung „Kamin-Ofen“ angeboten; ein indirekter Hinweis auf die funktionale Bauweise dieser Öfen bzw. deren Platzierung. Eisenverhüttung in vorindustrieller Zeit ist für den Ort Varigney bereits ab dem 16. Jhdt. nachgewiesen. Zum Gestehungszeitpunkt des Ofens wurde der Gießereibetrieb ab 1862 von Albert Ricot, dem Schwiegersohn von Gerome-Auguste Patret, geleitet. Neben der Produktion von Heizgeräten wurde eine Vielzahl an Gebrauchsguss sowie Eisenbahnmaterial hergestellt.

Höhe: 50 cm
Breite: 60 cm
Tiefe: 60 cm
Gewicht: ca. 45 kg
Brennstoff: H, T
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