
„Etage-Füll-Regulir-Ofen“ um 1900
Rheinböllerhütte/Rheinböllen
In Architektur und Bildgebung der Neorenaissance zuzuordnender, ideenreicher Repräsentationsofen mit kaiserlichem Bezug. Kleinteilige Modulbauweise in vertikaler Gliederung, teilweise werkseitig vormontiert. Querrechteckige Grundform mit hohem Brennraum zwischen Aschenkastensockel auf volutenförmigem Fußwerk und atypischem Zugverlängerer mit Feuerungstüre. Auffällig gearbeitete Warmhaltekammer mit über Eck gestellten S-förmigen Voluten, durchbrochener Rundbogentüre und Abbildung einer höfischen Szene auf den Seitenwänden.
Obenliegender Zugverlängerer mit Rohrstutzen; sichtseitig Puttis bei „weinseligem“ Festgelage. Leicht übergreifende Rahmenplattform mit Revisionsöffnung, Zierkrone und Zierhaube; zeittypischer Abschluss in Form einer Porträtbüste der letzten deutschen Kaiserin Auguste Viktoria (1858 – 1921).
Zum Produktionszeitraum des Ofens lag die jährliche Gusswarengesamtproduktion der Rheinböllerhütte bei knapp 3.000 Tonnen.