Sammlung

"Lönholdt's Universal-Dauerbrandofen" um 1895
Buderus'sche Eisenwerke/Lollar

In der Geschichte des Kohleofens spielte - auf der Suche nach dem perfekten Dauerbrandofen im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts - auch die Fa. Buderus mit den durch den Frankfurter Franz Lönholdt und seinen mit zahlreichen Patenten ausgezeichneten Öfen eine nicht unbedeutende Rolle.
Lönholdt-Öfen wurden in dieser Zeit in mehr als 100 Ausführungen zum Haupterzeugnis der Buderus'schen Giessereien, sowohl in Lollar als auch in Hirzenhain. Mehrteilig konstruierter, zylindrischer, in 4 Größen als "Stückgut" gefertigter Füllschachtofen.
Vollflächig geschmackvoll in Kassettenornamentik und mit Bandwerksverzierungen gestalteter Unterbrandofen mit Sichtfenster und durchbrochener, kuppelartiger Zierhaube. Vierteilig gegossener Aschenkastensockel auf flachem Fußwerk mit bandartigem, zurückspringendem Übergangsrahmen. Übereinandergesetzter, mehrteilig gegossener zylindrischer Außenmantel mit Schürtüre, Anheizschieber, Tertiärluftrosette, Rauchrohrstutzen und Revisionsöffnung. Darin runder Füllschacht mit reversiblem, mittels "Schmetterlingsdeckel" dichtschließendem Einfüllstutzen sowie vier ebenfalls reversiblen, vertikal angeordneten, gabelartigen "Füllschachtschonern" und rucksack-ähnlich rückseitig angesetztem, rippenverstärktem "Rauchkasten" über Korbrostsystem mit Rüttelrost. Zu den optisch aufgebesserten Ausführungen zählten Teilvernickelungen, reiche Vernickelungen sowie Bemalungen mit Streichemaille. Stückzahlmäßig war das Jahr 1889 mit verkauften 4 751 "Lönholdt-Öfen" das erfolgreichste.

Höhe: 142,5 cm
Durchmesser: max. 46 cm
Gewicht: ca. 150 kg
Brennstoff: T, LK, KK
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