Sammlung

"Regulir-Ofen" um 1875
M. Schünemann, Eisenhütte bei Dassel

Eigenwilliger, vierteilig gegliederter Repräsentationsofen im altdeutschen Stil. Niedriger, sekundärluftgeführter Brennraum auf flachem Aschenkastensockel. Auffällige, einzügige, mit Flügeltüren ausgestattete Kochkammer unter kuppelartigem Übergangsrahmen. Arabeske, durchbrochene, mit auffällig üppigem Putto versehene Rundbogentür vor hoher Warmhaltenische. Mittelpunkt bildet ein im Halbrelief separat gegossener Merkur auf medaillonähnlichem Hintergrund. Allseitig flächendeckendes, Licht- und Schattenspiel betonendes, diagonal verlaufendes Kammmuster. Grazile, drei-teilige Krone mit erhabenem Zierhut. Neben der nach der Einigung des Deutschen Reiches im Jahre 1871 zum nationalen Kunststil erhobenen Neorenaissance gehörten auch zum Teil von namhaften Architekten und Künstlern entworfene Öfen im "altdeutschen Stile" zur repräsentativen Ausstattung gehobener Haushalte. Die vom Hildesheimer Bischof Edmund von Brabeck (1619-1702) um 1690 gegründete Eisenhütte fand durch ihr ausgefallenes Ofenprogramm besonders im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts über das Weserbergland hinaus hohe Beachtung.

Höhe: 209 cm
Breite: 58 cm
Tiefe: 44 cm
Gewicht: 130 kg
Brennstoff: H, T, LK
Copyright 2014 | Deutsches Eisenofenmuseum | Karin Michelberger & Wilfried Schrem | Impressum & Datenschutz