
"Aufsatzofen" um 1930
Eisenwerk Pfeilhammer, Pöhla/Erzgebirge
Hochbeiniger, mit drei im Baukastensystem sich nach oben hin verjüngenden Koch- und Warmhaltekammern „zum Wirtschaften“ ausgestatteter Ofen, in seiner Schlichtheit stilistisch dem Bauhaus zuzuordnen. Auffällig konstruierte Bodenplatte mit tiefergelegtem, trapezförmigem Feuerraum und angesetztem Aschenkastentopf, bordartiger Zierkrone sowie hüttentypischer Bildmarke. Der nachweislich in fünf Größen bis in die Dreißigerjahre des 20. Jahrhunderts gefertigte Ofen war sowohl mit Querfeuerung rechts oder links wie auch mit und ohne Tornister (Wasserbehälter) erhältlich, ebenso die Ausstattung der "Hauptkochkachel" wahlweise mit Pulttüre oder Flügeltüren. In seiner durch die Form bestimmten Funktionalität - einer Kombination zwischen Herd und Ofen - war dies einer der am längsten gefertigten Ofentypen.
Das Angebot an Heizgeräten des Eisenwerks Pfeilhammer zum Gestehungszeitpunkt dieses Ofens war sehr umfangreich. So finden sich im Musterbuch Nr. 2 von 1932 neben zeittypischen Dauerbrandöfen und Küchenherden für feste Brennstoffe auch Gasherde bzw. Kombigeräte für Kohle und Gas. Ferner sind noch zahlreiche „Wirtschaftsaufsatzöfen im alten Design“ enthalten, wurden doch bereits Mitte des 19. Jahrhunderts Öfen identischer Bauweise gefertigt.
In der sehr abwechslungsreichen Geschichte dieses Eisenwerks wird schon für das 14. Jahrhundert ein Hammerwerk erwähnt. Der erste Hochofen stammte wohl aus dem Jahre 1589. Der Erstgebrauch des „Pfeilkreuzes“ als Markenzeichen und späteres Warenzeichen ist unbekannt.