
"Geschweifter Eremitage-Ofen" um 1865
Rheinböllerhütte/Rheinböllen
Neogotischer Eremitageofen für Holzbrand in polygonal-geschweifter Grundform. Schwerer, einteilig gegossener, gewölbeartiger Fußsockel mit leicht zurückspringendem, spitzbogenverziertem Übergangsrahmen. Schmalseitig einschiebbarer Aschenkasten mit korpusangepasster Blende in winkelschienenversehener Bodenplatte. Schlanker, mehrteiliger Hauptkörper mit niedrigem Brennraum, Koch- und Warmhaltekammer sowie seitlicher Schür- und Putztüre. Ebenfalls korpusangepasste, netzartig-durchbrochene Kammertüren mit Vertikalverschluss.
Auf Höhe des Brennraums auffällige Flächenverzierung in Fischblasenornamentik. Wuchtiger, als Flachdach gearbeiteter, ebenfalls spitzbogenverzierter Abschlussrahmen mit achtteiliger, in Birnstabrippenform ausgeführter Zierkrone. An Fußsockel und Ofenmantel vertikal über Eck geführte, gürtelartige Hohlkehlenverzierungen.
Der ursprüngliche Entwurf dieses Ofenmodells stammt vermutlich von der Ludwigshütte bei Biedenkopf. Sowohl die Form als auch die Flächenmuster sind identisch. Die in ihren Anfängen bis in das Jahr 1598 zurückreichende wechselhafte Firmengeschichte der Rheinböllerhütte endete grundsätzlich mit dem Verkauf der Gebäude und Grundstücke an die Alfred Teves Gruppe. Vergleiche Ofen Nr.112.