
"Wirtschaftsaufsatzofen" um 1890
Vermutlich Friedrichshütte/Laasphe
Ausgefallener, vierstöckiger Wirtschaftsofen in klassischer Modulbauweise auf der Basis eines gewöhnlichen „Unterofens“ mit „gerade aufgehendem Aufsatz“ in querrechteckiger Grundform und „versenkter Feuerung“. Baugleiche Koch- bzw. Warmhaltekammer zwischen schwerer, randgefasster Bodenplatte auf geschwungenem, hohem Fußwerk und leicht eingezogenem Übergangsrahmen. Charakteristische, leicht zurückspringende Warmhaltekammern, dem S-förmigen Zugverlauf folgend. Obere Warmhaltekammer mit stabrandgefasster, holzschnittartig durchbrochen gearbeiteter „Rundbogenkacheltüre“ mit hüttentypischen Messinggriffen in Handform. Korpusangepasster Gesimsrahmen mit Rohrdeckel und vierteiliger Zierkrone in Blattwerksornamentik. Flächendeckendes, perlstabgefasstes Mäandermuster im Tiefrelief.
Die in ihren Anfängen als Waldschmiede, auch bekannt als „Laaspher Hammer“, bis ins Jahr 1454 zurückreichende Geschichte der Friedrichshütte endete erst 1958.
Als letztendlicher Namensgeber der Hütte ab 1799 gilt der damals regierende Graf Friedrich Carl zu Sayn-Wittgenstein-Hohenstein (1766 -1837). Hauptabsatzgebiete in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts waren Sachsen und Thüringen.