Sammlung

„Regulir-Kochofen“ um 1880
Rothehütte, Hohegeiß/Harz

Aufwändig in lediglich sechs Hauptteilen gefertigter Stubenofen für langflammige Brennstoffe mit Steig- und Sturzzug in polygonal-geschweifter Grundform und vertikaler Gliederung. Einteilig gegossener Aschenkastensockel mit breiter, primärluftführender Türe auf schwerer, vierfüßiger Bodenplatte. Ebenfalls einteilig gegossener hoher Brennraum mit sekundärluftgeführter Schürtüre sowie Fülltüre mit Schwerkraft­verschluss zwischen unterem und oberem Übergangsrahmen. Nach oben gerundete Wandungen der ebenfalls einteilig gegossenen Kochkammer, seitlich mit Bildmotiv Hermes und Loreley sowie frontseitig blattwerkverzierter, bauchig-durchbrochener Flügeltüre. Dem Formverlauf angepasste, polygonal-geschwungene Übergangsrahmen. Vierteilig eingeformte, zylindrische Zugverlängerer mit umlaufend groß- und kleinflächigen Roll- und Schweifwerkverzierungen. Geschwungener Zierhut mit vierfacher, dem Randverlauf folgender Blattmaske. Neben Bau-, Werkzeug- und Maschinenguss spielte der Ofenguss auf der Rothehütte im 19. Jahrhundert eine zentrale Rolle. So wird in einer Mitteilung des Gewerbe-Vereins für das Königreich Hannover aus dem Jahre 1845 der „feine, höchst reine und scharfe Guß“ und die „außerordentlich geringe Dicke“ gelobt: „Mit Vergnügen erkannte man diese Arbeit der Auszeichnung durch die silberne Medaille würdig“. Die Modellvielfalt beschrän­kte sich jedoch überwiegend auf Öfen für die Brennstoffe Holz, Torf und Braunkohle. Für die Leistungsvielfalt der Rothehütte im 2. Drittel des 19. Jahrhunderts war wohl der Neubau zwischen 1819 und 1827 mit ausschlaggebend. So wird 1827 als Neuerung bereits die Bereitstellung von „Modellplatten“ erwähnt. Vergleiche diesen Ofen.

Höhe: 217 cm
Breite: 42 cm
Tiefe: 42 cm
Gewicht: 115 kg
Brennstoff: H, T, LK
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